Marktüberblick und Einordnung
Der Landkreis Mayen-Koblenz ist mit rund 219.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Landkreis in Rheinland-Pfalz. Auf einer Fläche von 817,7 km² verteilen sich die Bewohner auf 87 Gemeinden. Der mittlere Kaufpreis liegt bei 2.136 EUR/m², der mittlere Mietpreis bei 8,07 EUR/m². Damit liegt der Kreis im Landesvergleich auf Rang 20 von 36 Kreisen – deutlich über dem Landesdurchschnitt von 2.030 EUR/m², aber unter dem deutschen Durchschnitt von 2.409 EUR/m². Die Bruttomietrendite beträgt durchschnittlich 4,87 Prozent.
Die Zeitreihen zeigen eine dynamische Entwicklung: Der Kaufpreis stieg von 2.052 EUR/m² (2018) auf 2.706 EUR/m² (2025), die Miete von 6,86 EUR/m² (2018) auf 8,91 EUR/m² (2025). Die Bevölkerung wuchs kontinuierlich von 211.925 (2015) auf 219.001 (2023). Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 belegt der Kreis Rang 197 von rund 400 Kreisen (Gesamt), Rang 245 in der Dynamik und Rang 188 in der Stärke – eine mittelmäßige bis unterdurchschnittliche Bewertung.
Die Spreizung innerhalb des Kreises ist erheblich. Die teuerste Gemeinde, Winningen, weist einen Kaufpreis von 3.493 EUR/m² aus, die günstigste, Lind, einen von 770 EUR/m² – ein Faktor von fast 4,5. Die Mietpreise reichen von 4,91 EUR/m² bis 11,62 EUR/m². Die Rendite-Spanne liegt zwischen 2,83 Prozent und 13,71 Prozent.
Innere Struktur und Preisgefälle
Der Immobilienmarkt des Kreises ist durch eine klare räumliche Trennung geprägt, die sich an den beiden Hauptachsen Rhein und Mosel orientiert.
Die teuersten Gemeinden liegen entlang des Rheins und der Untermosel. Winningen (3.493 EUR/m²), Weißenthurm (3.376 EUR/m²), Weitersburg (3.171 EUR/m²), Naunheim (3.142 EUR/m²) und Mülheim-Kärlich (3.093 EUR/m²) bilden eine durchgehende Preisspitze. Diese Gemeinden profitieren von der Lage am Mittelrhein und der Untermosel, der Nähe zu Koblenz und der guten Verkehrsanbindung. Vallendar, direkt an der Mosel gelegen, weist mit 11,62 EUR/m² den höchsten Mietpreis des gesamten Kreises aus.
Entlang des Rheins verläuft ein deutliches Preisgefälle von Süden nach Norden. Die rhein- und moselnahen Gemeinden wie Winningen, Weißenthurm und Mülheim-Kärlich liegen deutlich über dem Kreisdurchschnitt. Die Großstädte Andernach (2.940 EUR/m²), Mayen (2.693 EUR/m²) und Bendorf (2.683 EUR/m²) liegen im oberen Mittelfeld.
Im Kontrast dazu stehen die Gemeinden im Eifelland im Norden und Osten des Kreises. Hier liegen die günstigsten Preise: Lind (770 EUR/m²), Nachtsheim (890 EUR/m²), Burgen (934 EUR/m²), Bermel (989 EUR/m²) und Pillig (1.082 EUR/m²). Diese kleinen Gemeinden im Hohen Vulkaneifel haben teilweise unter 600 Einwohner und weisen extreme Renditen von bis zu 13,71 Prozent auf – ein Muster, das auf sehr geringe Nachfrage und hohe Angebotslücken hindeutet.
Die Spreizung ist also kein Zufall, sondern folgt der geografischen Struktur des Kreises: Das Mittelrheinische Becken mit seinen rhein- und moselnahen Gemeinden bildet das teure Zentrum, während die ländlichen Eifelgemeinden im Norden und Osten am unteren Ende der Skala liegen.
Wirtschaft und Arbeitsmarkt
Der Landkreis Mayen-Koblenz verfügt über eine heterogene Wirtschaftsstruktur, die von der rheinischen Industrie- und Hafenwirtschaft bis zur ländlichen Eifel reicht.
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der Rheinhafen Andernach, der größte Hafen am Mittelrhein. Er umschlug 2013 rund 2,895 Millionen Tonnen Güter, darunter Baustoffe wie Bims, Lava und Basalt, Getreide, Container und Mineralöl. Der Hafen verfügt über einen Gleisanschluss zur Linken Rheinstrecke und ein Containerterminal mit bis zu 4.000 lagerfähigen Containern. Er wird von den Stadtwerken Andernach betrieben und hat eine Gesamtfläche von 106.000 m².
Mülheim-Kärlich verfügt über ein großes Gewerbegebiet, das sich bis zum Autobahnkreuz Koblenz-Nord erstreckt. Die Stadt liegt in der Nähe der Bundesautobahnen A48 und A61 und ist damit gut an das überregionale Straßennetz angebunden.
Der Kreis war auch Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich, das 1986 fertiggestellt wurde, aber wegen einer fehlerhaften Baugenehmigung stillgelegt werden musste. Der Kühlturm wurde inzwischen abgerissen.
Die Eifelregion ist durch traditionelle Landwirtschaft und den Tourismus geprägt. Der Laacher See, ein Kratersee eines schlafenden Vulkans, ist ein bedeutendes Tourismusziel. Der Kreis gehört zum Naturpark Vulkaneifel.
Im Zukunftsatlas 2022 belegte der Landkreis Mayen-Koblenz Platz 163 von 400 Landkreisen und zählt damit zu den Regionen mit leichten Chancen. Im Prognos-Zukunftsatlas 2025 erreicht er Rang 197 von rund 400 (Gesamt), Rang 245 (Dynamik) und Rang 188 (Stärke).
Verkehr und Erreichbarkeit
Der Landkreis Mayen-Koblenz ist durch eine gute Verkehrsanbindung gekennzeichnet, die sich an den beiden Hauptachsen Rhein und Mosel orientiert.
Andernach ist Fernverkehrshalt an der Linken Rheinstrecke (Köln–Mainz) und wird von Intercity-Express-Zügen bedient. Weitere Bahnhöfe im Kreis sind Bendorf-Sayn, Vallendar, Weißenthurm, Mülheim-Kärlich, Urmitz, Bassenheim und Rhens, die alle am Rhein liegen und Regionalverkehr bedienen.
Die Autobahnen A48 und A61 verbinden den Kreis mit dem überregionalen Straßennetz. Mülheim-Kärlich liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Koblenz-Nord und ist damit gut an das Netz angebunden.
Die Hochschule für öffentliche Verwaltung Rheinland-Pfalz in Mayen bietet eine höhere Bildungseinrichtung im Kreisgebiet.
Die Eisenbahnverbindung zwischen Koblenz und Mayen wurde 1989 eingestellt, der Personenverkehr auf dem Streckenabschnitt Koblenz–Bassenheim–Ochtendung wurde im selben Jahr beendet. Der Streckenabschnitt Ochtendung–Mayen und die Verbindung Polch–Münstermaifeld sind inzwischen komplett zurückgebaut worden.
Entwicklung und Ausblick
Der Landkreis Mayen-Koblenz befindet sich in einem strukturellen Wandel. Die Bevölkerung wächst kontinuierlich, was auf die attraktive Lage am Mittelrhein und die Nähe zu Koblenz als Oberzentrum zurückzuführen ist. Die Immobilienpreise steigen, insbesondere in den rhein- und moselnahen Gemeinden.
Die Spreizung innerhalb des Kreises bleibt ein zentrales Merkmal. Während die rhein- und moselnahen Gemeinden von der Nähe zu Koblenz und der guten Verkehrsanbindung profitieren, bleiben die ländlichen Eifelgemeinden hinter dem Kreisdurchschnitt zurück. Die extrem niedrigen Kaufpreise in Gemeinden wie Lind (770 EUR/m²) und Nachtsheim (890 EUR/m²) deuten auf eine schwache Nachfrage und hohe Angebotslücken hin.
Der Rheinhafen Andernach bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und bietet Potenzial für weitere Entwicklungen im Logistik- und Hafenbereich. Die Lage an der Linken Rheinstrecke und die Anbindung an das überregionale Straßennetz durch die A48 und A61 unterstützen diese Entwicklung.
Die Hochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen bietet eine höhere Bildungseinrichtung im Kreisgebiet und trägt zur Attraktivität der Region bei. Die Eifelregion mit dem Laacher See und dem Naturpark Vulkaneifel bietet Tourismuspotenzial, das weiter genutzt werden könnte.